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„Es ist falsch zu denken, es sei Aufgabe der Physik herauszufinden, wie die Natur beschaffen ist. Physik beschäftigt sich vielmehr damit, was wir über die Natur sagen können.“ (Niels Bohr: „Atomtheorie und Naturbeschreibung“, 1931)

Radionuklidlabor

IAF ist ein international führendes Radionuklidlabor in der Alpha- und Gammaspektrometrie, Flüssigszintillationsverfahren, Gesamt-Alpha/Beta-Messungen, Oberflächenkontaminations-messungen sowie der Radiochemie. Wir haben eine Reihe von Standard-Messverfahren selbst weiterentwickelt und vervollkommnet, so dass wir höchste Qualität und Zuverlässigkeit mit Effizienz und kurzen Probendurchlaufzeiten garantieren. IAF besitzt selbstverständlich eine lückenlose Probenverfolgung (Chain of Custody, CoC) und arbeitet individuell mit jedem einzelnen Kunden zusammen.

Das Radionuklidlabor der IAF-Radioökologie GmbH ist nach DIN EN ISO 17025:2005 durch die DAkkS akkreditiert (D-PL-11201-01-00). Wir verfügen hierbei über eine sogenannte flexible Akkreditierung, die es uns gestattet, Prüf- bzw. Untersuchungsmethoden innerhalb klar festgelegter Grenzen in den akkreditierten Bereich aufzunehmen.

IAF hat die Anforderungen der ISO 11929:2010 (Bestimmung der charakteristischen Grenzen (Erkennungsgrenze, Nachweisgrenze und Grenzen des Vertrauensbereichs) bei Kernstrahlungsmessungen) vollständig umgesetzt. Die entsprechenden Angaben werden in unseren Prüfberichten ausgewiesen. Ein Muster eines typischen Prüfberichtes für Gammaspektrometrie kann hier heruntergeladen werden.

Zu unserem langjährigen, umfangreichen Kompetenz- und Leistungsspektrum zählen unter anderen die folgenden Bereiche:

Unser Radionuklidlabor verfügt über eine Genehmigung zum Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen von bis zum 100-fachen der Freigrenze entsprechend Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), was uns und unseren Kunden eine große Flexibilität beim Probentransport, Probenhandling und Analysen eröffnet.

Natürliche und künstliche Radionuklide in Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen

Als akkreditiertes Radionuklidlabor analysieren wir beispielsweise

  • Baustoffe
  • Böden und Sedimente
  • Staub, Aerosole/Aerosolfilter und Filterrückstände
  • Radioaktive Rückstände (NORM) und Radioaktive Abfälle
  • Grund-, Niederschlages und Oberflächenwasser
  • Trink- und Mineralwasser, sonstige Getränke
  • Produktionswässer aller Industrien
  • Hochsalinare Wässer
  • Landwirtschaftliche, pflanzliche und tierische Produkte
  • Lebensmittel
  • Kosmetikprodukte
  • Pflanzenöle
  • Öl/ölhaltige Flüssigkeiten
  • Ausscheidungen (Urin- und Stuhlproben einschließlich Veraschung zur Inkorporations-überwachung), Blutplasma
  • Proben aus der Umgebungsüberwachung kerntechnischer Anlagen
  • Proben aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen

auf die folgenden Radionuklide:

Natürliche Radionuklide Künstliche Radionuklide
U-238 Cs-137
U-234 H-3 (Tritium)
Th-230 C-14
Ra-226 Fe-55
Rn-222 (in Wasser) Co-60
Pb-210 Ni-63
Po-210 I-131
Th-232 I-129
Ra-228 Sr-89,90
Th-228 Am-241
U-235 Pu-238,239,240,241
Ac-227 Eu-152,154,155
Pa-231 Np-237
K-40 Cm-242,243,244
H-3 (Tritium)
C-14

Die Tabelle enthält nur die am häufigsten nachgefragten Nuklide. Darüber hinaus gibt es weitere natürliche und künstliche Radionuklide, die wir ebenfalls messen können. Eine Karte aller bekannten Radionuklide finden Sie beispielsweise hier.

Nuklidkarte von nndc.bnl.gov

Die Zerfallsdaten aller Radionnuklide wie Strahlungsarten, Energien und Emissionswahrscheinlichkeiten finden Sie hier.

Radionnuklide Zerfallsdaten

Bestimmungs-/Nachweisgrenzen, Messgenauigkeiten sowie die erforderlichen Probenmengen und Probenahmeverfahren hängen von vielen Faktoren ab. Sprechen Sie uns mit Ihren speziellen Anforderungen bitte an oder schicken Sie uns eine E-Mail, wir beraten Sie gerne.

Radioaktivität in Trinkwasser und Lebensmitteln

  • Untersuchung von Trinkwasserproben nach der deutschen Trinkwasserverordnung (Änderung der TrinkwVO 2015) zur Bestimmung der Richtdosis
  • Bestimmung der Gesamtalpha-/Gesamtbetaaktivitätskonzentration sowie des vollständigen Radionuklidvektors in Wasser- und Lebensmittelproben
  • Untersuchung von Mineralwasserproben (Analyse von Ra-226 und Ra-228 für die Deklaration “Zur Säuglingsnahrung geeignet“)
  • Bestimmung der Rn-222-Aktivitätskonzentration in Wasserproben

Wir haben unter anderem bei der Erarbeitung des Leitfadens zur Untersuchung und Bewertung von Radioaktivität im Trinkwasser mitgewirkt.

Weiterführende Informationen zu dieser Thematik erhalten Sie beispielsweise auf den entsprechenden Websites des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) oder des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Radioaktivität in Baumaterialien

  • Radiometrische Analyse zur Bestimmung der spezifischen Aktivität (also des Gehaltes in Bq/g oder Bq/kg) an natürlichen bzw. künstlichen Radionukliden
  • Ermittlung des Aktivitätskonzentrationsindexes für Ra-226, Th-232 und K-40 gemäß Anhang VIII der EU-Grundnormen-Richtlinie (Basic Safety Standards) 2013/59/Euratom
  • Ermittlung der Radonexhalationsrate von Baumaterial
  • Gutachten zur Bewertung von Baumaterialien und Sanierungskonzepten zur Reduzierung der Radonkonzentration in Gebäuden zur Erreichung der neuen Richtwerte für Radon in Innenräumen entsprechend Artikel 74 der Verordnung 2013/59/Euratom


„Radiation free“-Zertifikat

Wenn die Messergebnisse der von uns untersuchten Proben den jeweiligen Vorgaben entsprechen (z.B. Aktivitätsindex I < 1), stellen wir ein „Radiation free“-Zertifikat aus, das häufig für Import- und Export von Erzeugnissen, Warenmustern etc. benötigt wird. Das Zertifikat kann auf Deutsch, Englisch und Russisch ausgestellt werden, für andere Sprachen ist eine gesonderte Übersetzung erforderlich.

Rückbau nuklearer Anlagen

Das Radionuklidlabor der IAF ist führend bei der Radioanalytik im Rückbau nuklearer Anlagen wie z.B.

  • Nuklearmedizinische Einrichtungen
  • Forschungseinrichtungen und Labors, in denen mit radioaktiven Stoffen umgegangen wurde
  • Kernkraftwerke
  • Bergbauliche Gewinnung und Erzaufbereitung von Uran und Thorium.

Typische Einsatzfelder sind

  • Oberflächenkontaminationen (Kratz- und Wischproben) und Untersuchung auf typische Nuklide wie H-3, Am-241, Cm-242 – Cm-244, Np-237, Pu-238 – Pu-241
  • Volumenkontamination im Beton einschließlich Tiefenprofile (Eindringtiefe radioaktiver Kontamination in Beton)
  • Diverse Flüssigkeiten, Öle, Säuren, diverse Wässer
  • Nuklidbestimmung in der Abluft in Molekularsieben (z.B. H-3, C-14, Kr-85 etc.).

Wir unterstützen unsere Auftraggeber bei der Planung, Erstellung und Begleitung von Probenahmeprogrammen (siehe auch Probenahme, Feldarbeiten).

Radioanalytik und Radiochemie in hochsalinaren Lösungen

Die Bestimmung von radiometrisch relevanten Parametern in hochsalinaren Wässern, wie sie beispielsweise

  • in Zirkulationswässern von Geothermieanlagen
  • Produktionswässern der Erdöl-/Erdgasförderung
  • Radioaktiv belastete Wässer aus Salzbergwerken

angetroffen werden, stellt eine messtechnische Herausforderung dar, die besondere Erfahrung erfordert. IAF ist auf diesen Gebieten seit vielen Jahren führend.

Eine problemangepasste Probenvorbereitung und insbesondere die Eliminierung des Einflusses von Kalium (K-40) zur Korrektur der messtechnisch relevanten Betastrahlung gehören zu den besonderen Erfahrungsgebieten von IAF.

Sprechen Sie uns mit Ihrer spezifischen Fragestellung an, wir setzen uns kurzfristig mit Ihnen in Verbindung.

Isotopenmethoden für hydrogeologische Fragestellungen, Altersbestimmungen und forensische Fragestellungen

Isotopenmethoden werden unter anderem für die

  • Untersuchung der hydrogeologischen Genese
  • H-3-Analysen zur Altersbestimmung von Grund- und Trinkwasserressourcen (Nachweisgrenzen bis zu 0,2 TU)
  • Herkunftsbestimmung von Produkten
  • Forensischen Analytik für die Ermittlung von Schadensherden

eingesetzt. Wichtige Isotope sind hierbei C-14 und H-3 (Tritium).

Beispielsweise konnte IAF durch die Auswertung typischer Isotopenverhältnisse Herstellern von Ziegenkäse mit regionalem Herkunftszertifikat helfen, Fälschungen am Markt rechtssicher zu identifizieren und damit ihre Marken zu schützen.

IAF verfügt bei der Isotopenbestimmung beispielsweise in niedrig- und hochsalinaren Lösungen über umfangreiche Erfahrungen sowie eine hervorragende messtechnische Ausstattung (z.B. Quantulus, TriCarb).

Für eine weiterführende Beratung hinsichtlich Probenahme, Analysenmethoden, Ergebnisinterpretation etc. sprechen Sie uns bitte an.

Radiochemie und Probenvorbereitung

Die richtige Probenvorbereitung und radiochemische Separation ist entscheidend für das Gelingen der Analyse. Das zu untersuchende Radionuklid muss sowohl von störender Matrix befreit als auch von bei der Messung interferierenden Radionukliden abgetrennt und in ein messfähiges Präparat überführt werden. Chemische Trennausbeuten werden dabei in der Regel durch Verwendung eines internen Standards ermittelt (Einsatz eines Radiotracers des gleichen oder eines chemisch ähnlichen Isotops).

IAF verfügt über entsprechende Einrichtungen zur Probenvorbereitung und beherrscht die erforderlichen Separationsverfahren. Zur Probenvorbereitung stehen z.B. zur Verfügung:

  • Veraschungsanlagen und Trockenschränke
  • Zerkleinerungsapparaturen (Backenbrecher, Kugelschwingmühle etc.)
  • Aufschlusssysteme für Nass- und Schmelzaufschlüsse
  • Trennsysteme wie z.B. Zentrifugen
  • Absorptions- und Desorptionssysteme für die Gasanalytik.

Zur radiochemischen Separation werden z.B. folgende Verfahren eingesetzt

  • Evaporation und Mitfällung zur Aufkonzentration und Separierung der zu untersuchenden Radionuklide
  • Elektrolytische Aufkonzentration zur Bestimmung von Tritium in Wasser (für Nachweisgrenzen im Bereich 0,2 bis 0,5 TU)
  • Probenverbrennung im Oxidizer zur Trennung von C-14 und H-3 zur LSC-Analytik
  • Festphasenextraktion und Ionenaustauschertrennungen im Rahmen zur Separation von Alphastrahlern (z.B. alphapektrometrische Bestimmung von Uran, Plutonium etc.) oder zur selektiven Abtrennung von Betastrahlern (z.B. Bestimmung von Sr-90 mittels Low-Level-Betamessung)
  • Elektrochemische Abscheidungen (z.B. Elektrolyse) und Mikrofällungen zur Erstellung von messfähigen Präparaten.

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