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„Es ist falsch zu denken, es sei Aufgabe der Physik herauszufinden, wie die Natur beschaffen ist. Physik beschäftigt sich vielmehr damit, was wir über die Natur sagen können.“ (Niels Bohr: „Atomtheorie und Naturbeschreibung“, 1931)

Radon-Untersuchungen

Radon und Radonfolgeprodukte

Radon (Rn-222), vor allem jedoch seine kurzlebigen Folgeprodukte (Po-218, Pb-214, Bi-214, Po-214), spielen für die Strahlenexposition des Menschen beim Aufenthalt in Wohnräumen und an Arbeitsplätzen eine entscheidende Rolle. Die Umsetzung aktueller und geplanter gesetzlicher Vorgaben und Empfehlungen zu Radon in Gebäuden und an Arbeitsplätzen (siehe z.B. die Stellungnahme des ANKAT im Fachverband Strahlenschutz zu Radon-Referenzwerten) setzt hohe Sachkenntnis und Erfahrung voraus, um teure Fehlinvestitionen bei Radonsanierungsmaßnahmen (z.B. Abdichtung, technische Gebäudelüftungssysteme) zu vermeiden. IAF zählt seit Jahren zu den wichtigsten Erfahrungsträgern auf dem Gebiet der Radonmessungen und -der Planung von Sanierungsmaßnahmen und ist speziell für die Messung von Radon in Innenräumen nach ISO 17025 akkreditiert.

Leistungen von IAF (Auswahl)

Das Eindringen des sehr mobilen Radons in ein Gebäude und seine anschließende Ausbreitung innerhalb des Gebäudes ist ein komplexer Vorgang, der hohe Anforderungen an die Planung, Ausführung und Auswertung von Messungen unter Einbeziehung aller relevanten physikalischen Prozesse erfordert. Auf Basis unseres in zahlreichen Forschungsvorhaben erworbenen Know-hows und bereits zahlreich realisierter Projekte können wir das folgende Leistungsspektrum anbieten:

  • Kurz- und Langzeitmessungen von Radon und Folgeprodukten, bzw. der potenziellen Alphaenergiekonzentration zur Bestimmung des Gleichgewichtsfaktors
  • Zeitkorrelierte Messungen zur Visualisierung und Charakterisierung der Radondynamik, konvektiver Strömungsverhältnisse und Radon-Wegsamkeiten (Leckagen) in Gebäuden durch den parallelen Einsatz mehrerer Radonmonitore. IAF verfügt über mehr als 20 diverse Radon-Monitore, die für diese Einsätze zur Verfügung stehen.
  • Ermittlung des Radonpotenzials des Baugrunds durch In-Situ-Messungen (Bestimmung der Radonkonzentration im Boden und der Gaspermeabilität des Bodens) zur Planung von Neubauten und Gebäudeerweiterungen
  • Gutachten zur Bewertung der Radonsituation in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Bürogebäude, Krankenhäuser etc.) sowie in privaten Häusern und Wohnungen und standortbedingte Empfehlungen für radongeschütztes Bauen
  • Quantifizierung der Radonfreisetzung (Emanations- und Exhalationsrate) aus Baumaterialien, bergbaulichen, Aufbereitungs- und sonstigen Rückständen
  • Bestimmung des Radon-Diffusionskoeffizienten und Berechnung der Diffusionslänge an Produkten zur Gebäudeabdichtung (z.B. Dichtungsbahnen, Abdichtungssysteme für Mauerdurchführungen, etc.).
  • Baubegleitende Radon-Dichtheitspüfungen an Mediendurchführungen, z.B. Rohrleitungen und Kabel, Durchführung von Blower Door Tests in Anlehnung an die DIN EN 13829 zur Bewertung der Radonsituation in Gebäuden
  • Messung und Bewertung der Radonsituation in geothermischen Anlagen, Wasserwerken, etc.
  • Bestimmung von Radon in Trinkwasser. Für den Probentransport geeignete Gefäße werden durch IAF bei Bedarf zur Verfügung gestellt.

Neben Messungen des „konventionellen“ Radons (Rn-222) der U-238-Zerfallsreihe führen wir selbstverständlich auch Messungen von Thoron (Rn-220) aus der Th-232-Zerfallsreihe durch.

IAF verfügt über anerkannte Radonfachpersonen.

Bedeutung von Mittelwert und zeitlicher Dynamik der Radonkonzentration

Mit Langzeitmessungen über mehrere Wochen oder Monate (meist mit passiven Kernspurdetektoren) kann der Mittelwert der Radonkonzentration bestimmt werden, was eine erste Orientierung zur Radonsituation erlaubt. Die Radonkonzentration folgt jedoch in der Regel erheblichen Schwankungen über den Tagesgang und jahreszeitlichen Veränderungen, teilweise über mehrere Größenordnungen. Spitzenwerte der Radonkonzentration in Innenräumen liegen häufig in Zeiträumen, in denen die Räume nicht genutzt werden, und umgekehrt, wie in den Diagrammen unten eindrucksvoll zu sehen ist. Eine Berechnung der Strahlenexposition durch Radon und seine Folgeprodukte auf Basis der mit einem passiven Messsystem bestimmten, mittleren Radonkonzentration führt häufig zu einer Überschätzung der tatsächlichen Strahlenexposition beim Aufenthalt in den untersuchten Innenräumen.

Radonverlauf2

Für die realitätsnahe und belastbare Ermittlung der durch Radon und seine Folgeprodukte verursachten effektiven Strahlendosis im Menschen sind deshalb in der Regel zeitaufgelöste Messungen der Radonkonzentration erforderlich. IAF besitzt langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet in der Planung, Durchführung und Ausführung solcher Messungen und verfügt über die entsprechende Ausrüstung mit Messgeräten.

Neben der Radonkonzentration werden zur sachgerechten Beurteilung der Strömungsverhältnisse in Gebäuden und Räumen auch Druck bzw. Differenzdrücke sowie Temperatur zeitaufgelöst mit erfasst.

Radonverlauf1

Die Messung der zeitlichen Variation der Radonkonzentration in verschiedenen Räumen, ggf. verbunden mit der gleichzeitigen Messung weiterer physikalischer Parameter, wie Druck- und Temperaturdifferenzen erlaubt die gezielte Planung von Vorbeugungs- und Sanierungsmaßnahmen zur Einhaltung der aktuellen und zukünftigen gesetzlichen Referenzwerte bezüglich der Radonkonzentration in Innenräumen. Ein Beispiel für eine komplexe Messung in Räumen auf verschiedenen Etagen zur Abbildung des Radontransfers ist im folgenden Diagramm gezeigt. Auf Grundlage der Messergebnisse können dann auch Radonfrachten bilanziert werden.

Radonverlauf3

IAF hat umfassende interne Richtlinien und Arbeitsanweisungen zur Durchführung von Radonmessungen erstellt, um Ergebnisse mit höchster Qualität zu erzielen. Dies betrifft unter anderem die folgenden praxisrelevanten Punkte:

  • Auswahl der korrekten Messtechnik, Sicherstellung der regelmäßigen Wartung und Kalibrierung
  • Positionierung der Rn-Messgeräte im Raum bzw. im Gebäude
  • Begleitende Messung weiterer radiologischer und nichtradiologischer Parameter zur sachgerechten Interpretation der Messergebnisse
  • Aufzeichnungen und Dokumentation der Messumgebung und –ergebnisse.

Über das von IAF betreute Europäische ALARA Netzwerk für NORM EANNORM arbeiten wir eng mit der European Radon Association (ERA) und NORM4Building zusammen und können damit einen kontinuierlichen Austausch von Erfahrungen auf nationalem und internationalem Stand der Technik (Best Available Technique, BAT) garantieren.

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